Musterklausuren Zivilrecht

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Timm Jacobsen

Musterklausuren

für das Assessorexamen im Zivilrecht

 Rezension zu

Günther Schmitz

Zivilrechtliche

Musterklausuren

für die Assessorprüfung

5. Auflage

 Verlag C.H. Beck München 2006, 193 Seiten, 19,50 Euro

ISBN 3-406-54201-8

www.beck.de

 

Der Autor ist langjähriger Leiter von Arbeitsgemeinschaften von Rechtsreferendaren und Prüfer im zweiten Staatsexamen. In diesem Buch hat er zwölf zivilrechtliche Musterklausuren zusammengefasst, um an diesen typische Fehler in Klausuren zu zeigen. Es handelt sich komplett um original in Bayern gestellte Klausuren.

Das Buch beinhaltet keinen allgemeinen Teil zu Problemen der zivilrechtlichen Examensklausur, sondern enthält nur jeweils die Aufgabe und eine Musterlösung. Diese Musterlösungen bleiben jedoch nicht unkommentiert, sondern werden in ausführlichen Fußnoten erläutert. Hierbei wird ausdrücklich auf Fehler, die häufig von den Examenskandidaten gemacht wurden, eingegangen. Als Leser hat man davon zunächst fast den Eindruck, dass der Autor sehr pedantisch korrigiert hätte. Das könnte zwar so sein, wird aber für den Leser dadurch ausgeglichen, dass der Autor diese „Pedanterien“ sehr gut erklärt und gerade dadurch wichtige Erkenntnisse resultieren können. Nur so lernt man wahrscheinlich die für ein erfolgreiches Examen nötige Sicherheit bei den Begrifflichkeiten.

Die Auswahl der Klausuren ist in der Gewichtung von unterschiedlichen Urteilen, Anwaltsklausuren und Gutachten gelungen. Fraglich ist allerdings, ob der materiell rechtliche Teil nicht sogar zu anspruchsvoll oder spezifisch bayrisch ist. Es wird sich zum Beispiel mehrfach äußerst detailliert mit dem Familien- und Unterhaltsrecht beschäftigt. Das Arbeitsrecht, auf das in anderen Ländern mehr Wert gelegt wird als in Bayern, bleibt unbeachtet.

Insgesamt ist das Werk aber durchaus zu empfehlen. Die Sprache ist sehr klar und der Autor kann gut erklären, was sich in den Fußnoten und auch in der Formulierung der Musterklausuren zeigt. Auch für den Leser, der die Klausuren zunächst nicht durchlöst und direkt die Musterlösungen liest, ist ein nicht zu verachtender Lerneffekt festzustellen. Auch die in manchen Bundesländern überflüssigen Inhalte sind daher ein Gewinn, zumal sie auch nah an der Praxis sind.