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Ralf Hansen Wahlfachgruppe Strafrecht Eine Rezension zu: Klaus Laubenthal Fallsammlung
zur Wahlfachgruppe Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzug Reihe:
Juristische Examensklausuren Erstauflage Heidelberg:
Springer - Verlag, 2002, 184 S., 16,95,- ISBN
3-540-42481-4
Bereits im Vorwort betont der Verfasser, daß die Auswahl
eines Wahlfaches vertiefte Kenntnisse seitens des Wahlfachkandidaten
voraussetzt, die in der Prüfung regelmäßig auch erwartet werden. Der
vorliegende Band will zur effektiven Prüfungsvorbereitung dadurch beitragen, daß
zehn Sachverhalte und Lösungen aus der gesamten Prüfungsbandbreite dieses
Wahlfaches vorgestellt werden, die den wesentlichen Bereich des Prüfungsumfanges
abdecken, jedenfalls aber exemplarisch zeigen, was grundsätzlich von Prüfern
in diesem Bereich erwartet wird. Die Sachverhalte sind gut ausgewählt und haben
mehr oder weniger sämtlich Examensniveau. Worum es in den zehn Sachverhalten
geht, erschließt sich nicht unmittelbar aus dem Inhaltsverzeichnis, möglicherweise
aus didaktischen Gründen. Allerdings zeigen stets die stets die Stichworte am
Rande der Lösungen worum es geht. Die Sachverhalte zeichnen sich dadurch aus,
daß zwischen den einzelnen Teilbereichen des Wahlfaches Querverbindungen
hergestellt werden, die richtigerweise auch Fragen des Strafprozeßrechts
erfassen. So etwa schon bei Fall 1, dessen Schwerpunkt im Jugendstrafrecht
angesiedelt ist und einerseits die jugendstrafrechtlichen Sanktionen des § 5
JGG vorstellt, andererseits aber etwa die Möglichkeiten der Verbindung von
Verfahren gegen einen Jugendlichen und eine Erwachsene thematisiert, die jedem
Strafrichter oder Strafverteidiger geläufig sein müssen. Fall 2 behandelt den
interessanten Konflikt zwischen Berufsrichter und den beiden Schöffen in einem
Jugendschöffengericht bei Streit um die Anwendung des Jugendstrafrechts,
wiederum kombiniert mit strafprozessualen Fragen, hier des Beschwerderechtes und
Fragen des Gnadenrechts. Positiv zu vermerken ist, daß die maßgeblichen
Schlagworte am Rand der Lösungen ausgeworfen sind. Fall 3 wirft besonders
aktuelle kriminalpolitische Fragen auf, da es um die kriminologische Bewertung
von Ausländerkriminalität und den Einfluß von Gewaltvideos auf jugendliche
Straftäter geht. Die Lösung zeigt sehr deutlich wie eng die Lösung
juristischer Fragen im Strafrechtsbereich mit soziologischen und
sozialpsychologischen Fragestellungen verknüpft sein kann. Fall 4 widmet sich
Fragen der Ermöglichung eines offenen Vollzuges bei Feststellung einer
besonderen Tatschwere nach § 57 a StGB. Im Fall 5 geht es um die Rechtmäßigkeit
der Überschreitung des gesetzlichen Höchstmaßes bei einer Jugendstrafe nebst
Rechtsschutzmöglichkeiten gegen Entscheidungen von Anstaltsleitern. Fall 6
widmet sich u.a. der Frage der Möglichkeit der Entlassung aus dem Maßregelvollzug.
Fall 7 thematisiert u.a. Fragen des Opferschutzes insbesondere bei kindlichen
Zeugen nach sexuellem Mißbrauch. Im Fall 8 sind in einer Jugendsache erneut
u.a. Fragen zu begutachten, die sich bei Uneinigkeit in der richterlichen
Beratung aufgrund Interventionen von Schöffen - deren Stimme in der Beratung
den Berufsrichtern vollständig gleich steht - ergeben, etwa wenn einem Schöffen
die vorgeschlagene Strafe zu mild ist. Fall 9 widmet sich Fragen der
Sozialtherapie von Sexualstraftätern, während Fall 10 interessante Fragen rund
um die Jugendhilfe aufwirft. Die Fallsammlung bietet eine ausgezeichnete, sehr
praxisorientierte Möglichkeit sich mit dem Prüfungsstoff exemplarisch vertraut
zu machen und ist in jeder Hinsicht sehr lesenwert. |