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Ralf Hansen
Ein Überblick über das Recht der Sanierungsfinanzierung
Eine Rezension zu:
Kai-Oliver Knops/Heinz Georg Bamberger/Georg Maier- Reimer
Recht der Sanierungsfinanzierung
Erstauflage Heidelberg: Springer, 2005, 663 S. ISBN 3-540-24365-8
Den Sanierungen von Unternehmen, die in eine Krise geraten sind, kommt in Zeiten einer schwachen Konjunktur erhebliche Bedeutung zu. Das neue Handbuch zeigt Wege auf, wie der wirtschaftliche Weg zur Untersanierung rechtlich begleitet wird und welchen Regulation Unternehmenssanierungen unterliegen. Der Blick richtet sich dabei längst über die Interessen der Gläubiger hinweg auf gesamtwirtschaftliche Folgen. Die Materie ist zwar stark vom Insolvenzrecht geprägt, reicht jedoch weit darüber hinaus. Es geht bei der Sanierung von Unternehmen auch um den Erhalt von Arbeitsplätzen, nicht nur des betroffenen Unternehmens, sondern mittelbar unter Umständen auch von Unternehmen, die mit dem Unternehmen in der Krise in Geschäftsverbindung stehen. Allerdings kann es nicht darum, defizitäre Unternehmen und Wirtschaftsbereiche (etwa mit staatlichen Subventionen) künstlich am Leben zu erhalten. Es muss vielmehr stets eine tragbare Fortführungsprognose bestehen. Es ist in diesem Zusammenhang ein Anliegen des neuen Buches Wege zur Durchsetzung von Gläubigerinteressen jenseits des Insolvenzverfahrens zu entwickeln, da diese Verfahren oftmals für alle Beteiligten unbefriedigend verlaufen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit bietet dieses Handbuch eine Art Bestandsaufnahme und versucht auch neue Wege aufzuzeigen, in Kenntnis des Umstandes, dass das Recht auf viele Problemstellungen keine befriedigende Antwort geben kann. Das Handbuch ist denn auch von einer interdisziplinären Sicht geprägt, das rechtliche und betriebswirtschaftliche Aspekte zusammen führt. Kapitel 1 beschäftigt sich mit den Grundfragen der Sanierung und zwar zunächst aus der Sicht der Finanzierungstheorie, um sodann aus der Sicht zweier bedeutender Insolvenzspezialisten Fragen der außergerichtlichen Sanierung und der Sanierung im Insolvenzverfahren anzuschneiden. Der Beitrag über die außergerichtliche Sanierung von Uhlenbruck zeigt in diesem Zusammenhang, dass die Sanierungsperspektive sich keineswegs auf das Insolvenzverfahren verengen muss und wägt die Vor- und Nachteile einer freien Sanierung gegenüber einer Sanierung im Insolvenzverfahren unter Würdigung aller maßgeblichen Aspekte ab. Vallender stellt demgegenüber die Sanierung im Insolvenzverfahren und dessen Möglichkeiten und Grenzen dar. Kapitel 2 ist den Problemstellungen der Sanierungsfinanzierung im einzelnen gewidmet. Aus maßgeblich betriebswirtschaftlicher Sicht werden Fragen der Direktfinanzierung ebenso angeschnitten, wie Maßnahmen zur Liquiditätssteigerung und der Schuldenreduktion sowie der Sicherheitenproblematik. Da es oftmals an einem effektiven Forderungsmanagement hapert, hätte auch dies berücksichtigt werden können. Die folgenden Beiträge beschäftigen sich damit, wie aus der Krise heraus mit rechtlichen Instrumenten zur Sanierung beitragen werden kann. Dies geschieht oftmals durch Umwandlung und andere gesellschaftsrechtliche Maßnahmen, die hier im Überblick vorgestellt werden. Kapitel III stellt die möglichen Mitwirkungs- und Verweigerungspflichten dar, während Kapitel IV die nicht gerade unwesentlichen Haftungsrisiken der internen Beteiligten darstellt. Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit Fragen des europäischen Sanierungsrechts und stellt die Rechtslage in Frankreich, Italien, Russland, Spanien, der Schweiz und den USA in Übersichten dar. Dieses sehr interessante Handbuch bietet einen herausragenden Beitrag zur rechtlichen wie betriebswirtschaftlichen Diskussion um die Finanzierung von Unternehmen in der Krise mit dem Ziel einer erhaltenden Sanierung.
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