|
|
|
Ralf Hansen Klausurprobleme
im Verwaltungsprozeßrecht Eine
Rezension zu: Klaus
Stern Verwaltungsprozessuale
Probleme in der öffentlichrechtlichen
Arbeit JuS-Schriftenreihe,
Bd. 3 München:
C.H. Beck, 2000, S.342, DM 32,- ISBN
3-406-46991-4 Das
Buch von Stern ist eines der ältesten Bände der JuS-Schriftenreihe und
entsprechend eingeführt. Wie der Verfasser selbst schreibt, war die Neuauflage
nach fünf Jahren überfällig. Das sie gelungen ist, steht bei diesem Verfasser
außer Frage. Die Skepsis des Verfassers zur &. VwGO - Novelle hat sich
gegenüber dem Nachtrag von 1997 kaum verändert. Den Kern seiner Kritik, das
der Gesetzgeber zu stark an Beschleunigung und Kostensenkung interessiert ist,
denn an Rechtssicherheit, wird wiederholt. Die Eingriffe in die Vorauflage waren
diesmal angesichts der Entwicklungen erheblich. Weitgehend neu geschrieben
wurden das Recht der Berufung und die exquisite Darstellung des einstweiligen
Rechtsschutzes. Der Einführungsparagraph ist kaum mehr wiederzuerkennen, da der
Verfasser beim “Erstleser” ein noch tieferes Verständnis für die Materie
wecken wollte. Angesichts der Furcht vieler Absolventen vor dieser Materie
sicher ein absolutes legitimes Ziel, dessen Umsetzung zu begrüßen ist. Völlig
überarbeitet und erheblich erweitert wurde zudem das erstmals mit dem Nachtrag
von 1997 vorgelegte Kapitel über “Europarecht und Verwaltungsprozeß”, das
bei den problematischen Strukturen der Sachentscheidungsvoraussetzungen die
wesentlichen Fragen der “Überlagerung” durch Europarecht darstellt. So etwa
bei den Anforderungen an die Beschwer des Art. 42 II VwGO. Auch bei der
Aussetzung der einstweiligen Vollziehung finden sich hier erhebliche
europarechtliche Grenzen. Die Darstellung geht indessen erfreulicherweise auch
auf Probleme der Begründetheit ein. Bei den Sonderproblemen findet sich hier
eine nur zu lesenswerte Darstellung zur Rückforderung gemeinschaftswidriger
Beihilfen nach § 48 I 2 VwVfG. Sehr
lesenswert ist auch der kritische Überblick über die Änderungen der VwGO im
Einleitungskapitel. Jeder Student sollte insbesondere die Ausführungen zum
Verwaltungsprozeßrecht in öffentlichrechtlichen Arbeiten einmal gelesen haben,
da sich hier sehr hilfreiche Hinweise zur Fallbearbeitung finden. Der Vorteil
des Buches lag und liegt heute wie gestern darin, daß hier
Sachentscheidungsvoraussetzung für Sachentscheidungsvoraussetzungen nach
Klageart auf hohem Niveau behandelt wird und jedes Problem da erörtert wird, wo
es in einer Fallbearbeitung zu erörtern ist. Der Nutzen des Buches wird sich
allerdings vielfach erst im Referendariat (und darüber hinaus) erschließen.
Dies gilt insbesondere für die Ausführungen zur Begründetheit, die auch die
Urteilsarten (mit Rechtsmittelentscheidungen) eingehend erläutert. Diese
unverzichtbare Darstellung hat heute wie gestern nichts an ihrer Klasse verloren
und präsentiert sich auf aktuellstem Niveau als überragender “Klassiker”
der heutigen Ausbildungsliteratur. |