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Ralf Hansen Eine
Übersicht zum Komplex der Staatshaftung Eine
Rezension zu: Detterbeck/Windthorst/Sproll Staatshaftungsrecht JuS-Schriftenreihe,
Bd. 142 München:
C.H. Beck, 2000, S.479, ISBN
3-406-45837-8 Der
betreffende Band ersetzt das diesbezügliche Werk von Ossenbühl,
zuletzt 1983 in dieser Reihe erschienen,
das später in die Reihe “Großes Lehrbuch” überging. Die Autoren
haben mit der Neuveröffentlichung eine überaus systematische
Darstellung vorgelegt, die größtenteils monographische Dichte hat,
ohne das hier auf Einzelfragen eingegangen werden könnte, so
interessant dies wäre. Dabei wird die mehr oder weniger deutliche
Abkehr von der ursprünglichen zivilrechtlichen Dogmatik des deutschen
Staatshaftungsrechtes deutlich nachvollzogen und die verstärkte
verfassungs- und gemeinschaftsrechtliche Durchdringung dieser Materie in
dogmatisch wertvoller Weise nachvollzogen. Dogmatische Klärung noch
offener Fragen und deren Aufarbeitung ist eines der maßgeblichen Ziele
dieser ungemein ergiebigen Darstellung, die den Stoff letztlich vollständig
erfaßt, in Teilen sogar über die Staatshaftung im engeren Sinne
hinausgeht. Nach
einer Darstellung der Grundlagen der Staatshaftung, die auch die
historische Entwicklung einbezieht, widmet sich das nächste Kapitel
bereits dem seit “Francovich” und “Brasserie du pecheur”
ungemein brisanten Thema des Verhältnisses von Staatshaftung und europäischem
Gemeinschaftsrecht. Es gelingt hier in außerordentlich plastischer
Weise, die dogmatischen Bruchlinien der Abgleichung zwischen der
deutschen Staatshaftung des § 839 BGB i.V.m. Art. 34 GG mit der
mitgliedschaftlichen Haftung darzustellen. Besonders interessant sind
die Ausführungen zu der Frage, was von der nationalen Staatshaftung
tatsächlich noch bleibt, die aber letzlich offen gelassen wird. Statt
neuer Vorschläge wie man es nicht macht, wird ein konsistentes Prüfschema
dafür entworfen, wie man den gemeinschaftsrechtlichen
Staatshaftungsanspruch in den Strukturen des deutschen
Amtshaftungsanspruches prüft. Ohnehin ist es eine Stärke des Werkes
eine strikt fallanwendungsorientierte Perspektive zu wählen und die
Darstellung auf den Prüfungsaufbau zuzuschneiden. Der deutschen
Amtshaftung sind breite Ausführungen gewidmet, die die Strukturen und
Probleme dieses Bereiches nahezu vollständig erfassen. Behandelt werden
auch Fragen des öffentlich-rechtlichen Unterlassungsanspruches, etwa
auch im Zusammenhang mit dem Immissionsabwehranspruch. Überaus gelungen
ist die durch und durch systematische Darstellung zum Enteignungsrecht,
die erhebliche Bezüge zum Verfassungsrecht aufweist. Diesen Bezügen
wird eingehend nachgegangen. Geradezu vorbildlich ist die Darstellung
der Aufopferungsansprüche. Im Rahmen der Erörterung von
Schadensersatzansprüchen aus öffentlichrechtlichen Schuldverhältnissen
findet sich eine überaus systematische Darstellung der
Aufwendungsersatzansprüche aus GoA, mit einem Prüfschema, das gerade für
Hausarbeiten sehr hilfreich sein dürfte. Nicht weniger systematisch ist
die verzweigte Materie der öffentlichrechtliche Erstattungsansprüche
dargestellt. Erfreulicherweise findet sich auch ein Kapitel über den
dogmatisch noch kaum geklärten Plangewährleistungsanspruch, die den
Diskussionsverlauf präzise nachzeichnet. Die
Darstellung erfaßt auf hohem Niveau mindestens alle examensrelevanten
Probleme des Staatshaftungsrechtes und erlaubt auch dem versierten
Praktiker sich einer verzweigten Materie systematisch zu vergewissern.
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