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Timm Jacobsen
Wie man als Jurist
Karriere noch machen kann Rezension
zu Norman
M. Spreng Stefan
Dietrich
Studien-
und Karriere- Ratgeber für
Juristen Studium
Referendariat Beruf Erstauflage Verlag
Springer, Heidelberg 2006, 342 Seiten, 19,95 Euro ISBN
3-540-23642-2 Dieses Buch wendet sich an alle, die vor dem Beginn einer juristischen Karriere stehen. Es soll helfen eine solche Karriere möglichst gradlinig zu verfolgen. Dazu soll ein Überblick über die verschiedenen Stadien der juristischen Karriere vermittelt werden. Zugleich soll der Leser dieses Buch als Nachschlagewerk nutzen können, wenn sich ihm akute Fragen der Karriereplanung stellen. Der Begriff der juristischen Karriere umfasst allerdings nur die Karriere, die der klassische Jurist mit zwei Staatsexamen durchläuft. Andere juristische Karrieren wie die als Wirtschaftsjurist (FH) oder Bachelor-Studiengänge werden nur kurz angerissen und nicht mit näheren Ratschlägen bedacht. In sofern ist der Anspruch des Buches einzuschränken. Die Autoren erheben zwar nicht den Anspruch auf Vollständigkeit in ihrer Darstellung, aber dennoch soll ihr Buch ein konkurrenzloser Ratgeber für die Karriere sein. Da es sonst keine oder zumindest kaum Bücher gibt, die sich mit der gesamten juristischen Karriere beschäftigen stimmt das wohl auch. Normalerweise beschäftigen sich juristische Karriereratgeber mit einzelnen Stufen der Karriere. Nach Lektüre dieses Buches muss wohl festgestellt werden, dass diese Beschränkung ihre Berechtigung hat. Die Autoren stellen in verschiedenen Kapitel Studium, Referendariat, sonstige Qualifizierungen und Berufsstart in unterschiedlichen Branchen vor. Dazu verweisen sie auch immer auf andere Bücher und spezielle Internetseiten. Dabei wird auch direkt ein Problem des sehr generellen Ansatzes schnell deutlich, nämlich die Aktualität. Bereits ein halbes Jahr nach Erscheinen, waren einige Fehler oder Änderungen festzustellen. Aber wer heute vor einem Jurastudium steht, muss damit rechnen, dass in vier Jahren das Referendariat ganz anders aussieht oder sich zumindest die Post- und Internetadressen geändert haben. Wie ein Reiseführer an Aktualität verliert, so ist dieses auch bei diesem Ratgeber natürlich vorprogrammiert. Die Erfahrungen, die das Buch also vermitteln will, sind viel zu schnell veraltet und auch schon jetzt teilweise nicht umfangreich genug. Es stellt sich auch die Frage, ob die Autoren wirklich ein so ausführliches und tatsächlich lesenswertes Kapitel zu Bewerbungen einfügen mussten. Im Zweifel sucht man sich doch spezielleren Rat. Zum Stil ist festzustellen, dass er sehr flüssig ist, aber doch teilweise recht angeberisch und sehr locker. Die Autoren ergehen sich auch in allgemeinen politischen Betrachtungen, wie zum Beispiel bezüglich den so genannten Eliteuniversitäten. Es wird auch die kuriose Behauptung aufgestellt, dass an der Fachhochschule mehr soziale Kompetenz zu erlernen sei, als an der Universität. Ansonsten wird der Leser zumeist mit Statistiken konfrontiert, die nur sehr allgemeine Zahlen zu Studierendenzahl und Auslandsaufenthalten enthalten, aber nicht spezielle für Juristen. Hilfreich dürfte das Kapitel zur Finanzierung des Studiums sein. Wozu aber angegeben wird mit wie vielen Fotos man sich üblicherweise immatrikulieren muss oder welche Gesetze ins Staatsexamen mitgenommen werden dürfen, ist doch sehr fraglich. Gut werden die unterschiedlichen Berufsfelder für Volljuristen (aber auch nur für die) vorgestellt. Problematisch ist an sich auch, dass die Autoren selber bislang nur einen Teil der juristischen Karriere absolviert haben. Nur einer der Autoren hat überhaupt schon das zweite Examen abgelegt und ist seit 5 Jahren als Anwalt zugelassen. Der andere Autor hat nicht einmal mit dem Referendariat angefangen. Als Zusammenfassung ist festzustellen, dass das Buch einen groben Überblick über die Möglichkeiten einer juristische Karriere mit Stand Anfang 2006 verschafft. Dem Anspruch einen über längere Zeit aktuellen und ausreichend detaillierten Leitfaden für die persönliche Karriere zu schaffen, werden die Autoren aber nicht gerecht. Wahrscheinlich ist es aber auch nicht möglich ihm zu gerecht zu werden.
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