Kapitalmarktrecht

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Ralf Hansen

 Grundstrukturen des deutschen Kapitalmarktrechts

 

Eine Rezension zu:

 

Siegfried Kümpel

Kapitalmarktrecht

 

Eine Einführung

Reihe: Grundlagen und Praxis des Bank- und Börsenwesens

3., neu bearbeitete und wesentlich erweiterte Auflage

Berlin: Erich Schmidt Verlag, 2004, 237 S., 36,80 Euro

ISBN 3-503-07899-1

http://www.esv.info/3-503-07899-1

 

Das Kapitalmarktrecht ist von einer erheblichen Dynamik gekennzeichnet, das sich aus dem Bank - und Börsenrecht inzwischen als eigenständige Materie herausgelöst hat. Dies zeigt sich nicht zuletzt im Bereich der Abgrenzung des Börsenhandels von außerbörslichen Handelssystemen. Im Zentrum dieser Neubearbeitung stand das Vierte Finanzmarktförderungsgesetz vom 01.07.2002, das erhebliche Veränderungen im Kapitalmarktrecht mit sich brachte. Die Seitenzahl stieg auch dementsprechend von 132 Seiten auf 237 Seiten an. Zu berücksichtigen waren insbesondere Veränderungen im Bereich des "Soft Law" sowie der Corporate Governance. Da die Änderungen im deutschen Kapitalmarkt regelmäßig durch internationale Entwicklungen angestoßen werden, die auf europarechtlicher Ebene verarbeitet werden, fand das europäische Kapitalmarktrecht intensive Beachtung und führte zu einem eigenem Kapitel über die europäische Rechtsvereinheitlichung im Bereich des Kapitalmarktrechts. Im Übrigen hat sich auch im Bereich des Investmentgeschäfts der Kapitalanlagegesellschaften erhebliches verändert. Zur Vertiefung ist auch die umfangreiche Darstellung des Verfassers, Bank- und Kapitalmarktrecht, 3. Aufl., Köln, 2004, und auf die systematische Darstellung des Börsenrechts (2. Aufl., ESV, 2003) hinzuweisen.

Die einführende Darstellung bietet dem interessierten Leser einen umfassenden Überblick über das gesamte Kapitalmarktrecht, dessen Regelungsziele im Teil B intensiv herausgearbeitet werden. Dabei werden die institutionelle und operationelle Funktionsfähigkeit dem Anlegerschutz als einem weiteren Regelungsziel gegenüber gestellt. Interessant sind hier besonders die Ausführungen zum Individualschutz der Anleger, der regelmäßig über § 823 II BGB realisiert wird. In aller Kürze wird hier prägnant herausgearbeitet, welchen Normen insoweit Schutzgesetzcharakter zukommt und welchen nicht. Die Teile C und D arbeiten die Marktsegmente des Kapitalmarktes heraus.

Teil E erklärt den börsenmäßig organisierten Wertpapierhandel, für den es keine Legaldefinition gibt. Kümpel versucht einen materiellen Börsenbegriff zu entwickeln, der den heute prägenden elektronischen Handel in des Zentrum rückt und an einer fairen, börsenspezifischen, neutralen Preisbildung ansetzt. Auch der Rechtsrahmen des Börsenhandels wird gut erklärt. Teil F grenzt den Börsenhandel vom außerbörslichen Handel ab und erklärt dessen maßgebliche Strukturen, ausgehend von den alternativen Transaktionssystemen, die von einer schillernden Vielfalt gekennzeichnet sind. Teil G erläutert die marktbezogenen Dienstleistungen der Banken in einem sehr klaren Überblick. In Teil H werden die marktbezogenen Verhaltenspflichten und Verhaltensregeln sehr strukturiert dargestellt, um anschließend in Teil I die drei Stufen der staatlichen Aufsichtsinstrumente vorzustellen. Der letzte Abschnitt bietet eine kompakte Übersicht über die maßgeblichen Rechtsquellen des Kapitalmarktrechts.   

Das Werk stellt trotz seiner relativen Kürze die komplexe Materie des Kapitalmarktrechts sehr umfassend dar und bietet sicher eine der besten Einführungen in diese interessante Materie.