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Ralf Hansen Betriebsaufspaltung
im Überblick Eine
Rezension zu: Thomas
Kaligin Betriebsaufspaltung Ein
Leitfaden für die Rechts-,
Steuer- und Wirtschaftspraxis 4.
neu bearbeitete und erweiterte Bielefeldt:
Erich - Schmidt - Verlag, 2001, 270 S. ISBN
3-503-06308-0 http://www.erich-schmidt-verlag.de Der
Leitfaden behandelt alle für die Praxis wesentlichen Fragen der
Betriebsaufspaltung. Da die Vorauflage 1994 erschienen war, mußte der
Text vollständig umgestaltet werden, so daß nunmehr eine grundlegende
Neubearbeitung vorliegt. Eingearbeitet wurden sowohl alle Gesetzesänderungen
als auch die Entwicklung der Rechtsprechung. Insbesondere das
Steuerentlastungsgesetz 199/2000/2002 hat die erfolgsneutrale
Betriebsaufspaltung zu Buchwerten vor erhebliche Probleme gestellt und
mehr oder weniger unmöglich gemacht. Dies wird eingehend berücksichtigt.
Der Verfasser bezeichnet die gegenwärtige Rechtslage mit gutem Recht
als “nebulös”. Das Werk versucht Hilfestellungen zu geben, um
entscheidende Ansätze für eine qualifizierte Beratung aus
unternehmensrechtlicher wie steuerrechtlicher Sicht auf höchsten Niveau
zu ermöglichen, die es erfordert, die ständigen Rechtsänderungen
dynamisch in die Beratungspraxis einzupassen. Der
ausgezeichnete Leitfaden überzeugt schon durch eine äußerst klare
Strukturierung. Er setzt mit einer Übersicht zur Betriebsaufspaltung im
Wirtschaftsrecht ein. Selbstredend wird zunächst der Unterschied
zwischen echter und unechter Betriebsaufspaltung dargelegt, wobei auch
Mischformen entsprechend berücksichtigt werden. Die Durchführung einer
Betriebsaufspaltung ist eine Frage der Rechtsfomwahl im weitesten
(steuerrechtlichen) Sinne, weshalb die Beweggründe sehr genau
untersucht werden. Eine der maßgeblichen Ursachen ist sicher nach wie
vor der Wunsch nach Haftungsbeschränkung, der indessen inzwischen auf
erhebliche Realisierungsschranken stößt. In diesem Zusammenhang war
insbesondere die - immer noch sehr im Fluß befindliche - Rechtsprechung
zu §§ 32 a/b GmbHG in die Darstellung einzubeziehen. Untersucht werden
die fünf wichtigsten Fallkonstellationen (für die
Betriebsaufspaltung), unter anderem auch die analoge Anwendung dieser
Normen auf eine Betriebs-AG, die noch nicht vollständig ausdiskutiert
ist, aber vom BGH immerhin erwogen wird. Ähnliche Gefahren erwachsen
aus der Haftung im qualifiziert - faktischen GmbH-Konzern, die ebenfalls
sehr fundiert berücksichtigt wird. Sehr lesenswert sind die Ausführungen
dazu, wie man eine solche Betriebsaufspaltung nach entsprechenden
wirtschaftlichen Vorgaben rechtlich konzipiert. Die Darstellung dazu ist
sehr datailliert und setzt regelmäßig zunächst die Gründung einer
Betriebskapitalgesellschaft in Form einer GmbH voraus, der wiederum Veränderungen
in der Gesellschaftsvertragsstruktur der verbleibenden
Besitzgesellschaft korrespondieren. Der Verfasser behandelt dabei auch
handelsrechtliche Fragen, etwa der angemessenen Firmierung oder der
Kaufmannseigenschaft des Besitzunternehmens. Der
zweite Abschnitt des Bandes widmet sich steuerrechtlichen Fragen. Im
Zentrum der Darstellung stehen ertragssteuerrechtliche Fragen der
Betriebsaufspaltung, wobei dankenswerterweise auch Gestaltungen
diskutiert werden, die man nicht wählen sollte, etwa Treuhandmodelle,
die wegen Nichtoffenlegung der Treuhandverhältnisse strafrechtlich als
Steuerhinterziehung zu werten sind. Sehr eingehend wird berücksichtigt,
ob nicht das Steuerentlastungsgesetz 1999/2000/2002 der
Betriebsaufspaltung indirekt die Grundlage entzogen hat. Für alle Fälle
werden Auffangkonstellationen diskutiert. Kernproblem ist nach wie vor
die Gewerbesteuerpflicht, die nur einheitlich beurteilt werden kann und
daher die Offenlegung der Betriebsaufspaltung voraussetzt. Es bedarf
kaum mehr einer Erwähnung, daß auch Fragen der Gestaltung der
Steuerbilanz ebenso zuverlässig erörtert werden wie Fragen der
Beendigung der Betriebsaufspaltung. Der dritte Abschnitt widmet sich
betriebswirtschaftlichen Fragen der Betriebsaufspaltung und wägt in
erster Linie der Vor- und Nachteile ab, auch im Vergleich zu anderen
Rechtsformen wie der GmbH und der GmbH & Still. Der Verfasser zieht
den Schluß, das die Betriebsaufspaltung nach wie vor gegenwärtig in
flexibelste Rechtsform darstellt (dafür spricht auch ihre Verbreitung),
da mit ihr am ehesten eine funktionierende Haftungsbeschränkung
erreicht werden kann und andererseits auch der Einfluß der Arbeitnehmer
auf die Unternehmensführung am besten minimiert werden kann. Letztlich
handelt es sich bei der Durchführung einer Betriebsaufspaltung
betriebswirtschaftlich betrachtet, auch um eine Kostenfrage, so daß sie
sich für Kleinunternehmen letztlich nur sehr eingeschränkt empfiehlt. Der
Band bietet eine der gegenwärtig eindruckvollsten Darstellungen der
Praxis der Betriebsaufspaltung und verdient sehr eingehende Beachtung.
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