Internationales Privatrecht

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Ralf Hansen

 

Internationales Privatrecht für

das Assessorexamen

 

Eine Rezension zu:

Rainer Hüßtege

Internationales Privatrecht

- Examenskurs für Rechtsreferendare -

4. Auflage

Verlag C.H. Beck München 2005, 166 Seiten, € 19,80

ISBN 3-406-52684-5

http://www.beck.de

Mit Eintritt in das Referendariat steigt wenigstens in der Stationsarbeit die Wahrscheinlichkeit dem IPR zu begegnen, dem im Studium noch ausgewichen werden konnte. Inzwischen steigt allerdings das Bewusstsein für die Internationalisierung des Rechtsverkehrs deutlich. Der Band richtet sich zwar in erster Linie an Absolventen der Wahlfachgruppen "Europarecht und Internationales Privatrecht", wird aber auch den Leser interessieren, der sich rasch in diesen Bereich einarbeiten muss. Der Kurs ist auf eine rasche und kompakte Informationsvermittlung angelegt und vermittelt die Grundstrukturen des IPR in einer stringenten Systematik, die überdies auf die praktische Fallbearbeitung zugeschnitten ist. Die Schwerpunkte wurden nach Prüfungsgesichtspunkten gesetzt.

Kapitel 1 behandelt die Grundbegriffe und erklärt insbesondere die Funktion des Kollisionsrechts, das anwendbare Sachrecht zu ermitteln. Kapitel 2 erklärt den Aufbau des EGBGB, dass die wesentlichen Vorschriften des deutschen Kollisionsrechts enthält. Eine längere Beschäftigung mit Kapitel 3 ist lohnenswert, da dort ein sehr ausgefeiltes Prüfungsschema enthalten ist, dass auch als Checkliste für die Praxis benutzt werden kann. Es wird in Kapitel 4 eingehend erläutert, indem dort erklärt wird, was eine Verweisung durch Qualifikation ausmacht, wie das anzuwendende Recht ermittelt wird und welche Ausnahmen sich aus der Anwendung des ordre public ergeben können.

Das IPR ist sehr eng verzahnt wird dem anzuwendenden Verfahrensrecht. Das Verfahrensrecht wird in Kapitel 5 dargestellt, wobei nunmehr ein deutlicher Schwerpunkt auf die EuGVO gesetzt wird, deren Gerichtsstände eingehend erörtert werden. Die Struktur weist sowohl Bezüge als auch erhebliche Abweichungen zur ZPO auf, die auch deutlich herausgearbeitet werden. Weiter behandelt wird die komplexe Anerkennung ausländischer Entscheidungen, für die im Anwendungsbereich der EuGVO ebenfalls erhebliche Besonderheiten bestehen.

Die weiteren Kapitel behandeln das Kollisionsrecht bestimmter Statute, so dass internationale Familien mit dem MSA, das internationale Erbrecht, das internationale Vertragsrecht mit dem CISG, das internationale Recht der außervertraglichen Schuldverhältnisse sowie das internationale Sachenrecht. Erörtert werden die vorzunehmenden Verweisungen stets anhand konkreter Fälle, wie etwa am Beispiel eines Verkehrsunfalles. Der Anhang bietet schließlich die Simulation eines Prüfungsgespräches anhand eines sog. "Gran Canaria - Falles", eine Fallgestaltung, die - insbesondere für außereuropäische Urlaubsreisen - nach wie vor ungebrochen aktuell ist.   

Der Kurs vermittelt die Grundlagen des IPR äußerst anschaulich und ermöglicht das erworbene Wissen schnell auf den Fall anzuwenden.