| Ralf Hansen
Eine Einführung in internationales
Handelsvertragsrecht
Eine Rezension zu:
Rainer Gildeggen/Andreas Willburger
Internationale Handelsgeschäfte
Eine Einführung in das Recht des grenzüberschreitenden Handels Das Buch richtet sich in erster Linie an Studenten der Wirtschaftswissenschaften und wirtschaftsrechtliche Studiengänge an Fachhochschulen, ist aber auch interessant für den am internationalen Handelsrecht interessierten Jura - Studenten oder Rechtsreferendar für einen ersten Überblick, da leicht fassliche Einführungen in diesen interessanten Bereich nicht sehr sind. Die Darstellung erfolgt sehr praxisnah. Das Lehrbuch orientiert sich insoweit an US - amerikanischen Vorbildern und will insbesondere die "Verzahnung" der verschiedenen rechtlichen Aspekte bei der Behandlung grenzüberschreitender Verträge im systematischen Überblick transparent machen. Dies Ziel wird auch eindeutig erreicht. Die Darstellung ist überaus gelungen. Die Verfasser stellen etwa auch kurz die Zusammenhänge der Entwicklung grenzüberschreitender Verträge zur wirtschaftlichen Globalisierung als einem Prozess internationaler Verflechtung von Märkten (und Kulturen) her. Der Vorteil des Bandes besteht darin, dass deduktive und induktive Darstellungen verflochten werden. Regelmäßig werden Fälle in die Darstellung integriert. Die angegebenen Fundstellen ermöglichen hinreichende Vertiefungen.
Bei grenzüberschreitenden Verträgen
steht zunächst die Frage im Zentrum, wie man herausfindet, welches
Recht überhaupt Anwendung findet. Die Rechtsquellenlehre des
internationalen Handelsrechts ist eng mit dem schwierigen
Internationalen Privatrecht verbunden und
der Überlagerung des IPR durch Normen völkerrechtlicher Verträge.
Diese Zusammenhänge werden sehr verständlich dargestellt, bedürfen
aber selbstredend der Vertiefung. Die Zusammenhänge werden allerdings
auch unter wirtschaftssoziologischen Aspekten klar herausgestellt. Manche
der hier offen bleibenden Fragen klären sich beim
folgenden Kapitel über den internationalen Warenkauf (CISG), einer der
wichtigsten und interessanten Materien des internationalen
Handelsrechts. Kurz vorgestellt werden auch die praktisch höchst
bedeutenden Incoterms. Die Ausführungen zur Ermittlung des auf den grenzüberschreitenden
Warenkauf anwendbaren Rechts geben Gelegenheit die Kenntnisse aus dem
vorangegangenen Kapitel zu vertiefen. In diesem Rahmen wird auch in
einer sehr lesenswerten Skizze das Internationale (deutsche)
Privatrecht des Rechts der Schuldverträge erläutert, das eine
Rechtswahl zugunsten eines anderen Rechts grundsätzlich zu lässt.
Allerdings finden sich auch Ausführungen zum Kollisionsrecht des USA,
deren Gerichte allerdings immer noch dazu neigen, das Recht ihres
jeweiligen Sitzstaates als lex fori zu berufen. Die Verfasser
verdeutlichen dem Leser auch die Folgen der Berufung einer anderen
Rechtsordnung als der eigenen durch Kollisionsrecht, die bei
internationalen Handelsverträgen zu einer sehr differenzierten
Klauselpraxis und der Bestimmung der Anwendbarkeit eines jeweiligen
Rechtes geführt haben. Die
Anwendungsprobleme werden durch das UN-Kaufrecht als materiellem
Sachrecht im Rahmen seines Anwendungsbereiches deutlich vermieden, bei
Abgleichungsproblemen zum Kollisionsrecht im übrigen. Die Darlegungen zum CISG gehören sicherlich zu den
bestverständlichen ihrer Art, insbesondere weil stets der Bezug zur
Fallpraxis hergestellt wird. Dies gilt auch für die Skizze zur
internationalen Produkthaftung. Es gelingt den Verfassern diese
schwierige Materie überaus verständlich zu vermitteln. Sehr lesenswert sind
die Ausführungen
zur Zahlungssicherung, namentlich zum Akkreditiv. Berücksichtigt wird
auch das internationale Verbraucherrecht. Zu begrüßen ist die Einbeziehung des E-Commerce in
die Darstellung namentlich hinsichtlich des Internetkaufes etwa von Büchern
als dem hier gewählten Beispiel. Materiellrechtliche
("Vor-") Fragen können sich indessen auch bereits bei der
Ermittlung der örtlichen internationalen Zuständigkeit ergeben. Der
Verfasser bezieht erfreulicherweise auch Vertragsformulare in die
Darstellung ein, etwa hinsichtlich eines "Contracts of
Sale". |
|
|
|