EU - Handlexikon

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Ein Lexikon zur EU

 

 Eine Rezension zu:

 

Wolfgang W. Mickel/Jan M. Bergmann (Hrsg.)

Handlexikon der Europäischen Union

Redaktion: Claus D. Grupp

 

3., überarbeitete und erweiterte Auflage

Baden-Baden: Nomos-Verlag, 2006, 928 S.

ISBN 3-8329-11683-0

http://www.nomos.de 

 

Recht und Politik der EU bedürfen gegenüber den Bürgern der Tranzparenz. Für viele Bürger sind die Institutionen der EU und ihre Politiken "weit entfernt", auch wenn sie in den nationalen Gesetzen - oft unbemerkt - spürbar werden. Die europäische Integration ist eine Aufgabe die letztlich gerade erst richtig begonnen hat und den Menschheitstraum von Freiheit, Frieden und sozialer Gerechtigkeit auf Dauer realisieren will. Ein solches Projekt wird immer bedroht sein. Mit der Globalisierung geht eine Gegenreaktion einher, die das national - separatistische betont und einen Hass auf die bürgerliche Freiheit versprüht, der ernst genommen werden muss. Jede politische Reaktion auf solche nationalen Tendenzen ist notwendig europäisch. Das Integrationsprojekt der EU ist auf die Vermittlung ihrer Grundlagen und Werte angewiesen.

Allerdings ist die EU ein komplexes Gebilde, dass auf einer schwierigen rechtlichen Konstruktion beruht, die kein historisches Vorbild. Dieser Experimentalcharakter kommt gerade im Europäischen Recht deutlich zum Ausdruck. Ein solche Gebilde bedarf ständiger Legitimation. Zu diesem Legitimationsprozess will dieses Lexikon einen Beitrag schaffen, indem es dieses Gebilde in seinen Systembewegungen nachvollziehen hilft. Das Werk hat jetzt den Stand von Mitte 2005.

Im Vergleich zur Vorauflage wurde neben den politiktheoretischen Ansätzen die juristischen Ansätzen intensiviert. Die Vielzahl der Stichworte erlaubt es, sich ein Geflecht von Wissen über die EU anzueignen, das punktuell ansetzt. Die Auswahl der Stichworte folgt dem Häufigkeitsprinzip. Die Erläuterungen der einzelnen Stichworte sind durchweg kurz und prägnant. Wer etwa den Begriff "Beihilfen" aufschlägt, erfährt dort in Kurzform wie Art. 87 EG ausgelegt wird. Weiterführende Literaturhinweise werden häufig gegeben. Umfangreicher sind natürlich Schwerpunktthemen gehalten wie "Freier Warenverkehr", "Unionsbürgerschaft"  oder "Medienpolitik".  Es erscheint nicht sinnvoll an dieser Stelle exemplarisch auf einzelne Stichworte einzugehen, sondern es mag der Hinweis genügen, dass dieser sehr umfassend angelegt sind und die Artikel durchgehend sehr informativ sind. 

Der Band erschöpft sich indessen nicht in einer lexikalischen Wissensaufbereitung, sondern wirft in einem interessanten Essay einen Blick auf die Zukunft der EU nach dem - vorläufigen? - Scheitern der EU-Verfassung, der in erster Linie Fragen stellt, die erst die nähere Zukunft beantworten kann. Eine weiterer Beitrag gilt der Geschichte der Europäischen Einigung, die von einer Zeittafel abgerundet wird.

Der interessante Band ist insbesondere für Bürger interessant, die sich über wesentliche Aspekte der EU oder Einzelfragen informieren wollen.