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Überblick
zum Bürgerlichen Recht
Kurzrezension
zu: Barbara Grunewald Bürgerliches
Recht . Auflage des von Joachim Gernhuber begründeten Werkes München: C.H.Beck, 2006, 284 S., E 19,50,- JuS-Schriftenreihe, Bd. 87 ISBN
3-406-54357- Gegenüber dem nach wie vor durch seine systematisch-dogmatische Durchdringung beeindruckenden Werk von Joachim Gernhuber (letztmals 1991 erschienen) präsentierte sich schon die 5. Auflage in einem völlig veränderten Gewand angesichts gewandelter Examensanforderungen. Dieser veränderte Ausgangspunkt macht die Bearbeitungen von Vater und Tochter unvergleichbar. Die nunmehr allein verantwortlich zeichnende Verfasserin, Ordinaria an der Universität zu Köln, weist deutlich darauf hin, dass detaillierte Kenntnisse im Examen heute weder verlangt noch honoriert werden. Vielmehr kommt es statt der Wiedergabe auswendig gelernten Wissens darauf an, am jeweiligen Einzelfalles die einschlägigen Normen zu erkennen und eine vertretbare Lösung zu entwickeln. Auf die Kenntnis der letzten Einzelheit des oftmals sehr verzweigten Meinungsstandes kommt es dabei nach ihrer (zutreffenden) Auffassung nicht an. Entsprechend sind diese in Hausarbeiten sehr beliebten Darstellungen bis hin in die letzte Einzelheit des Diskussionsstandes hier nicht zu finden. Statt dessen werden recht komplexe, aber exemplarische Fälle gelöst und die Grundstrukturen des Bürgerlichen Rechts prüfungsnah aufbereitet. Das Buch eignet sich sehr zum letzten Repetieren vor der schriftlichen Prüfung besonders des ersten Staatsexamens. Vorkenntnisse werden dementsprechend vorausgesetzt. Die Einteilungen sind teilweise aus der Bearbeitung von
Gernhuber überkommen, ansonsten handelt es sich um ein völlig eigenständiges
Werk, das bei der Rechtsgeschäftslehre ansetzt. Die Ausführungen sind dabei,
etwa zur Nichtigkeit von Rechtsgeschäften sehr knapp und beschränken sich auf
das absolut wesentliche, so dass es sich bei Klärungsbedarf empfiehlt den
sparsam gesetzten Nachweisen in den Fußnoten nachzugehen. Diskutiert werden im
wesentlichen im Text examensrelevante Fälle der höchstrichterlichen
Rechtsprechung, die weitgehend gutachterlich gelöst werden. Besonders überzeugend
ist die knappe, aber lehrreiche Darstellung des neuen Leistungsstörungsrechts,
die direkt bei § 280 I BGB ansetzt und sich lange Einleitungen über die Reform
spart, statt dessen aber interessante Ausführungen zur neuen Struktur der Unmöglichkeitsregeln
enthält. Ebenfalls im Zentrum steht der Schutz der absoluten Rechte im
Sachenrecht, nebst den Ausgleichsmodi. Im letztgenannten Kapitel werden
unbedingt examensrelevante Strukturen der GoA, das EBV und der Kondiktionsansprüche
erörtert. Überaus knapp werden die Sicherungsrechte behandelt. Noch knapper
sind die Darlegungen zum Erwerb von Todes wegen. Die Darlegungen setzen den
Leser nichtsdestotrotz in die Lage auf ganz knappen Raum die elementarsten
Grundlagen exemplarisch zu wiederholen, wissend, dass im Examen stets auch
Probleme zur Sprache kommen, von denen man zuvor noch nie gehört hat. Nur die
Erfahrung im Umgang mit einem bekannten Normenbestand setzt einen die Lage,
diese völlig unbekannten Fallsituationen rechtlich zu meistern. Hierzu versucht
das Buch auf knappstem Raum entscheidende Hilfestellungen zu geben. Es gelingt
der Verfasserin im Rahmen der recht geringen Seitenzahl diese
elementaren Strukturen zu rekapitulieren. |