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Ralf Hansen
Eine Übersicht über das Recht der haftungsbeschränkten Gesellschaftsformen in Europa
Eine Rezension zu: Karel Van Hulle/Harald Gesell (Hrsg.) European Corporate Law Erstauflage Reihe: Praxis Europarecht Baden - Baden: NOMOS, 2006, 390 S. ISBN 3-8239-1811-6
Der englischsprachige Band bietet eine derzeit wahrscheinlich einzigartige Übersicht über das Recht der haftungsbeschränkten Gesellschaftsformen in Europa. Die Beiträge stammen von Experten in ganz Europa. Dabei geht es um Gesellschaftsformen die etwa der deutschen Aktiengesellschaft und der GmbH entsprechen, wobei diese "Entsprechung" sehr relativ zu sehen ist, soweit nicht ein Bestand an vereinheitlichten Rechtsprinzipien aufgrund des europäischen Sekundärrechts besteht. Dem Band beigefügt ist ein nützliches Poster, das die Rechtslage in 25 Ländern erfasst und einen guten Überblick bietet. Das das internationale Gesellschaftsrecht in der Europäischen Union inzwischen ein gewisses "forum shopping" ermöglicht, ist eine solche Übersicht von herausragendem Interesse. Der erste Teil des Bandes gibt einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen unter rechtsvergleichenden Aspekten, wobei zunächst der Rechtsrahmen in der Europäischen Union bezüglich der Mobilität von Gesellschaften untersucht wird. Dieser Beitrag skizziert ausgehend von den Unterschieden zwischen der "Incorporation Theory" und der "Real Seat Theory" und ihren Spielarten und Überschneidungen die Rechtslage im internationalen Gesellschaftsrecht der EU auf der Basis der Judikatur des EuGH zur Niederlassungsfreiheit von haftungsbeschränkten Gesellschaften. Jenseits dieser Entscheidungen existieren noch erhebliche Restriktionen, die kurz angesprochen werden, um sich sodann dem Thema einer Rechtsvereinheitlichung zuzuwenden, die trotz diverser gesellschaftsrechtlicher Richtlinien noch nicht in eine "European Private Company" eingemündet sind, für die absoluter Bedarf besteht. Völlig konsequent wendet sich der nachfolgende Beitrag den nationalen Differenzen innerhalb des europäischen Rechtsrahmens zu, die teilweise sehr erheblich sind. Dies betrifft insbesondere das Thema des identitätserhaltenden "Zuzugs" oder des "Wegzugs" von Gesellschaften. So ist der "Zuzug" in Germany. Greece, Hungary, Irland, Spain und teilweise auch in Austria derzeit nicht möglich. Eine Sitzverlegungsrichtlinie soll hier einen einheitlichen Rechtsrahmen schaffen. Die nationalen Differenzen treten in diesem exzellenten Beitrag sehr deutlich hervor. Part 2 enthält die Länderberichte. Es wäre müßig hier auf Einzelheiten einzelner Länderberichte einzugehen. Die einheitlich aufgebauten Beiträge bieten jedenfalls eine kurzgefasste Grundinformation zur nationalen Rechtslage für haftungsbeschränkte Gesellschaftsformen unter Einschluss der S.E, die Gegenstand des letzten Abschnitts ist. Dargestellt werden letztlich alle maßgeblichen Entscheidungen für eine Standortwahl. Erfasst wird die Rechtslage in allen 25 Mitgliedsstaaten der EU. Die Literaturhinweise sind allerdings teilweise etwas spärlich. Der Band bietet einen ausgezeichneten Überblick über das "European Corporate Law".
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