Ralf Hansen
Eine rechtsvergleichende Übersicht zum Recht des E- Commerce
Eine Rezension zu:
Gerold Spindler/Fritjof Börner, Hrsg.
E-Commerce-Recht
in Europa und den USA
Heidelberg, Springer-Verlag, 2003,
844
S., E 89,95,-
ISBN
3-540-43592-1
Bei
diesem Handbuch handelt es sich um die deutsche Übersetzung der inhaltsgleichen
englischsprachigen Ausgabe, die letzten Herbst erschien Spindler/Börner,
E-Commerce-Law in Europa and the USA, Springer-Verlag, 2002, ISBN
3-540-43184-5). Der Band gibt in zehn nach gleichen Kriterien abgebauten
Berichten einen guten Überblick über Stand und Entwicklung des E-Commerce-Law
in Belgien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Norwegen,
Spanien, Schweiz, Niederlande und den USA. Einen derartigen Überblick suchte
man bis dato vergeblich, obwohl gerade in diesem Bereich rechtsvergleichende
Perspektiven unabdingbar sind, nicht zuletzt um zu einheitlicheren Regelungen zu
kommen, deren Vorteile die Hervorbringung einheitlicher Rechtsrahmen in
EU-Europa in den letzten Jahren eindrucksvoll erwiesen hat. Die Berichte beschränken
sich auf die Mitteilung wesentlicher Informationen und sind sehr komprimiert.
Die Nachweise beschränken sich daher bewusst auf einen Minimum.
Der
wohldurchdachte Fragenkatalog der den Berichten zugrunde liegt, setzt an mit der
wirtschaftlichen Realität der New Economy, von der sich viele mehr versprochen,
deren Bedeutung sich aber mitnichten völlig negativ bewerten lässt. Einen
wesentlichen Schwerpunkt bieten Ausführungen zum Vertragsrecht unter Einschluss
des Verbraucherschutzrechtes, unter Einbeziehung internationalprivatrechtlicher
Fragen. Es schließen sich Erörterungen zum Verbraucherschutzrecht an, die
wiederum auch kollisionsrechtliche Fragen einbeziehen und spezifische Bezüge
zum Internet erörtern. Die weiteren Erörterungen widmen sich dem wichtigen
Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes, der im Kern deliktsrechtlicher Natur
ist (Wettbewerbsrecht, Kennzeichenrecht, Urheberrecht). Hier werden
länderübergreifend etwa
Fragen der Zulässigkeit von E-Mail-Werbung erörtert, deren Dimension sich
letztlich erstrechtsvergleichend erschließen lässt. Im Bereich des
Kennzeichenrechts stehen insbesondere die Fragen des Domain-Law im Zentrum.
Weitere Ausführungen widmen sich dem Recht der Verantwortlichkeit und möglicher
Haftungsprivilegierungen. Auch Fragen des Datenschutzes, des Zahlungsverkehrs
und des Kartellrechts werden angesprochen. Damit vermitteln die Beiträge in
aller gebotenen Kürze einen Überblick über die wesentlichen Fragen dieses
Bereiches. Der einheitliche Aufbau macht das fehlende Stichwortregister nahezu
vollständig entbehrlich.
Die
Beiträge haben angesichts eines einheitlichen Aufbaues den Vorteil, das sich
Einzelfragen querschnittsartig vertiefen lassen. Wer sich etwa dafür
interessiert, wie eine bestimmte domainrechtliche Grundproblematik in den
genannten Ländern gelöst wird, wird die Antwort schnell auffinden. An dieser
Stelle auf Einzelheiten einzugehen, würde den einzelnen Beiträgen nicht
gerecht, die sämtlich sehr lesenswert sind.
Die
Darstellung bietet eine sehr gelungene Übersicht über das Recht des E-Commerce
in zehn verschiedenen nationalen Rechtsordnungen und ermöglicht eine
rechtsvergleichende Grundlegung. Damit schließt der Band eine bisherige Lücke
in der einschlägigen Fachliteratur, so dass auf weitere Auflagen zu hoffen ist.