Bürgerliches Recht

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Ralf Hansen

Ein kompakter Überblick

über das Bürgerliche Recht in Österreich

 

Eine Rezension zu:

Wolfgang Zahnkl

Bürgerliches Recht

Kurzlehrbuch

3. Auflage

Wien: WuV Universitätsverlag, 2006, 259 S.

ISBN 3-85114-926-2

http://www.facultas.at

www.zankl.at

 

Die von der Seitenzahl her überschaubare Einführung enthält wesentlich mehr Informationen als der Leser zunächst erwarten dürfte. Der Verfasser geht von der völlig zutreffenden Annahme aus, dass das moderne Zivilrecht vor dem Hintergrund der europäischen Gesetzgebung immer internationaler wird und angesichts der Fortschritte von Wissenschaft und Technik auch immer elektronischer wird. Damit einher geht eine Unübersichtlichkeit, der sich letztlich nur durch Beschränkung entgegen treten lässt. Die wirkliche Rechtsanalyse setzt heute am konkreten Fall ein. Um eine richtige Einschätzung vorzunehmen - und auch zu wissen, wonach zu suchen ist - muss ein Strukturwissen vorhanden sein, dass die betreffende Einordnung erlaubt. Eine solche anschauliche Darstellung der Grundstrukturen wird hier geboten. Sie enthält auf der einen Seite eine komprimierte Übersicht über die aktuelle Rechtslage in Österreich und zum anderen auch eine intensive Berücksichtigung des immer elektronischer werdenden Rechts der informationsüberfluteten Gesellschaft.

 Der Band beginnt mit einem Update, in dem die Rechtsentwicklung seit der 2004 erschienen Vorauflage kurz rekapituliert wird und die wichtigsten OGH - Urteile erfasst werden. Der Teil 1 stellt den "Allgemeinen Teil" des Bürgerlichen Rechts dar und entfaltet so elementare Grundprinzipien wie die Strukturen der Rechtsgeschäftslehre der §§ 859 ff ABGB. So kurz die Darstellung sein mag, so punktgenau werden rechtsvergleichende Aspekte herangezogen. Bei der Darstellung von Angebot und Annahme wird etwa das UN-Kaufrecht wenigstens gestreift. Sehr plastisch dargestellt werden das AGB-Recht oder auch die sog. "Wurzelstörungen", die das Rechtsgeschäfts insgesamt unwirksam machen.

Teil 2 behandelt das Schuldrecht, soweit es nicht bereits im ersten Teil Gegenstand der Darstellung war. Dargestellt werden hier etwa in komprimierter Form das Kreditsicherungsrecht und die einzelnen Schuldvertragstypen wie Kaufvertrag oder Werkvertrag. Es ist sehr sinnvoll das Recht des eCommerce in einem eigenen Teil darzustellen, obwohl es sich maßgeblich um Zivilrecht handelt. Dieser Bereich hat sich allerdings derartig ausdifferenziert, dass die Verbindungslinien zum "normalen" Zivilrecht brüchig geworden sind. Die Darstellung des E-Commerce-Gesetzes bietet - wenn man so will - eine ausgezeichnete Zusammenfassung der Arbeiten des Verfassers zu diesem Thema und zum Fernabsatzgesetz. Einzelheiten gehören nicht in den hiesigen Zusammenhang.

Teil 4 behandelt das Sachenrecht und gibt eine kurze Übersicht über die maßgeblichen Fragen des Herausgabeanspruches, des Gutglaubenschutz, der dinglichen Sicherheiten und des Grundstücksrechts. Teil 5 behandelt das Familienrecht, beschränkt sich aber auf die Grundlagen des Ehe- und Kindschaftsrechts, weil darüber hinausgehende Detailfragen eher in Darstellungen des Familienrechts gehören. Teil 6 klärt den Leser schließlich über die Grundprinzipien des Erbrechts auf, auch unter Beschränkung auf Basisstrukturen wie die Gesamt- und Einzelrechtsnachfolge, das Pflichtteilsrecht und den Erwerb einer Erbschaft. Es deutlich darauf hinzuweisen, dass die exzellent ausgewählten Hinweise auf Literatur und Judikatur dem Leser das "Weiterkommen" in den betreffenden Bereichen sehr erleichtern.

Wer eine kompakte Einführung in das Bürgerliche Recht Österreichs sucht, wird hier eine Darstellung finden, die sich kaum besser gestalten ließe.