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Ralf Hansen
Übernahme von Arztpraxen
Eine Rezension zu: Eckhard Klapp Abgabe und Übernahme einer Arztpraxis Unter Berücksichtigung des Nachbesserungsverfahrens in gesperrten Gebieten 3. Auflage Heidelberg: Springer Verlag, 2005, 194 S. ISBN 3-540-25689-X http://www.springer.de
Die Übernahme einer Arztpraxis hat sich
zu einem komplexen juristischen Thema entwickelt, nachdem die Zeiten
des Abschlusses eines einfachen Kaufvertrages in Zeiten der
”Vollregulierung” des Gesundheitssektors vorbei sind. Auch die
Rechtsprechung hat diesen Bereich immer stärker ausgeformt. Auch
prallen die Interessen des weichenden Arztes und des nachfolgendes
Arztes oftmals erheblich auseinander, so dass die betreffenden
Verträge individuell ausgehandelt werden müssen.
Eine Übersicht
und Systematisierung für Betroffene und deren Berater ist deshalb unbedingt erforderlich. Einen solchen
Leitfaden zur Bewältigung der mit der Übernahme einer Arztpraxis
verbundenen Rechtsprobleme bietet dieses Buch in einer souveränen
Darstellung, die sowohl Rechtsanwälte als auch deren Mandaten
anspricht. Es werden letztlich alle Aspekte
angesprochen. Ein besonderes Thema ist dabei die Bedarfszulassung. Es gelingt dem Verfasser auch, die Chancen und Risiken einer Übernahme
in gesperrten Gebieten sehr eingehend darzustellen. Es fällt manchem
alten Arzt schwer, der seine Kassenarztpraxis (aus Altersgründen)
aufgeben muss oder will, zu akzeptieren, dass er hinsichtlich der
Bewerber nur eine begrenzte Auswahl hat, da die Kassenärztliche
Vereinigung die Stelle ausschreibt und er letztlich nur aus diesem
Kreis der Bewerber auf die Ausschreibung hin eine Auswahl treffen
kann, über deren Rechtsverbindlichkeit allerdings der
Zulassungsausschuss das letzte Wort hat. Dieses Auswahlverfahren wird
überaus präzise dargestellt. Völlig zutreffend ist die Wertung,
dass das Rechtsschutzverfahren gegen derartige Entscheidungen
äußerst unzureichend geregelt ist. Die Möglichkeiten und Grenzen
durch Vertragsgestaltung und sonstige Maßnahmen auf das
Nachbesetzungsverfahren Einfluss zu nehmen, werden hier gut erklärt.
Auch hinsichtlich der Wertermittlung
finden sich ausgezeichnete Ausführungen, da jeder Verkauf
Bewertungsfragen aufwirft. Wesentlich intensiver als in der Vorauflage
geht der Verfasser auf Finanzierungsfragen ein. Sehr überzeugend sind die Ausführungen zum
Praxisübergabevertrag, dessen wesentlich Inhalt eingehend besprochen
wird. Der Band enthält bewusst kein Muster für einen solchen
Vertrag. Allerdings werden die notwendigen Bestandteile eingehend
erörtert. So etwa auch im Bereich der Mängelhaftung.
Eingegangen wird auch auf arbeitsrechtliche Fragen der Personalübernahme. Dabei werden auch Vor- und Nachteile von Schiedsgerichtsklauseln abgewogen. Bedeutsam sind allerdings insbesondere die Probleme einer Haftung des Veräußerers, wenn der Umsatz hinter den Erwartungen und hinter dem früheren Umsatz zurückbleibt. Sofern - worauf sich niemand einlassen sollte - Mindestumsatzgarantien im Vertrag enthalten sind, dürfte eine Haftung weitgehend ausscheiden. Einen weiteren Schwerpunkt stellen Wettbewerbsverbote mit ohne ohne Vertragsstrafenversprechen dar. Der Verfasser geht eingehend auf die denkbaren Gestaltungen ein, die weitgehend verhindern sollen, dass der Veräußerer dem Erwerber Konkurrenz macht. Der sehr umstrittene Bereich und die Gestaltungsgrenzen werden hier sehr lesbar dargestellt. Im Anhang finden sich maßgebliche Richtlinien, etwa zu Bewertungsfragen.
Dem Verfasser ist es gelungen, diesen
Spezialbereich einer Tätigkeitsnachfolge sehr souverän und gründlich
darzustellen. Die Darstellung dürfte sowohl Betroffene als auch
Rechtsanwälte ansprechen und ist sehr lesenswert.
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